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Schlossgeschichte

Seit Jahrhunderten wacht Schloss Grades über das Metnitztal. Auf einem steilen Felsen gelegen, an drei Seiten von der Metnitz umflossen trotzt es strategisch und uneinnehmbar jeder Belagerung. 
 

Bereits zur Zeit der Kelten war das Terrain des heutigen Schlosses besiedelt. Die besondere Lage und der Einfluss des Gewässers, das praktisch um das Schloss herum fliest, lässt manche Menschen von einem Kraftplatz sprechen. Eine Kraft, die möglicherweise bereits unsere Vorfahren dort suchten. 

WEB_Schloss Grades ©Michael Stabentheiner_KULTUR Mittelkärnten  (1).jpg

Später haben die Römer ihre Spuren in Grades hinterlassen. Sichtbares Zeugnis dieser Epoche ist ein römisches Sarkophagrelief in der Vorhalle der heutigen Pfarrkirche St. Andrä am Gradeser Marktplatz.

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Römerstein, 2. – 3. Jhdt. n. Chr. Vorhalle der Pfarrkirche St. Andreas in Grades.

Nach dem Tod der Gräfin Hemma gelangte der gesamte Landstrich um 1045 in den Besitz der Kirche und wurde vom Salzburger Fürsterzbistum verwaltet. 

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Die erste urkundliche Erwähnung von Grodas (slawisch: Burgstall – so wie Graz, Gradisca, etc.) findet erst 1173 statt und erwähnt eine Kapelle im Bereich der damaligen Burg. Diese Kapelle geht der Legende nach auf eine Gründung der Heiligen Hemma zurück und dürfte eines der ersten Gotteshäuser im oberen Metnitztal sein.

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Sebald Bopp, Hemma von Gurk um 1510

Grades diente neben Strassburg als Residenz der Gurker Bischöfe. Gleichzeitig war es Sitz der bischöflichen Verwaltung für das Metnitztal und ab 1301 Landgericht. Die Ausübung der Gerichtsbarkeit oblag dem bischöflichen Truchsess. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Grades mehrfach belagert. Die wiederholten Differenzen zwischen den Herren von Metnitz und der Bischofsburg führten dazu, dass die Metnitzer Burg Trübenberg, 1302 von Herzog Rudolf III. komplett zerstört wurde. 

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Johann Weichard von Valvasor, Schloss Strassburg, 1688

Unter dem bischöflichen Pfleger Andreas Staudacher, dem Truchsess von Grades, wurden zahlreiche bauliche Veränderungen vorgenommen. Zeitgleich wurde ab 1453 mit dem Bau eines weiteren Gotteshauses, der Wallfahrtskirche St. Wolfgang begonnen.

Die Steinmetzzeichen in St. Wolfgang sind dieselben wie jene im Schloss und damit derselben Werkstätte und Zeit zuzuordnen. 

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Wallfahrtskirche St. Wolfgang ob Grades 

Ab dem 17. Jahrhundert beginnt sukzessive der Umbau von der Wehranlage zur Residenz. Der eindrucksvolle Turm im Innenhof wird angefügt, die Geschossdimensionen und Raumhöhen werden verändert und die Außenfassade wird mittels Fensterumrandungen gegliedert und dekoriert. Um 1680 entsteht die früheste bekannte Abbildung in der Topographia Archiducatus Carinthiae antiquae & modernae completa von Johann Weichard von Valvasor. 

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Johan Weichard von Valvasor, Schloss und Markt Grades,1688

Unter Bischof Jakob Maximilian von Thun-Hohenstein werden die barocken Prunkräume unter anderem von den Künstlern Josef Ferdinand Fromiller und Kilian Pittner ausgestattet. 1722 war zumindest die Neugestaltung der Kapelle abgeschlossen und der Sakralraum konnte in neuem Gewand geweiht werden. 

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Anton Stakhofer, Porträt des Bischof Jakob Maximilian von Thun, 1731 Foto: Peter Puch

In späterer Zeit waren eine Tuchmanufaktur sowie Dienstbotenwohnungen hier untergebracht. Mit der Errichtung von Schloss Pöckstein und dem Umzug der Bischöfe nach Klagenfurt verlor Grades als Residenz weiter an Bedeutung. Ab dem 19. Jahrhundert diente es vorwiegend der Nutzung für die Forstkanzlei des Bistum Gurk. 

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Der fürstbischöfliche Förster Andreas Kalhammer um 1900

Dass das Schloss Grades in all den Jahren dennoch seine wehrhafte Ausstrahlung behalten hatte, davon zeugt eine Zeichnung des Malers und Markus Pernhard aus der Zeit um 1850, in der ein fast unverändertes Äußeres im Vergleich zum heutigen Zustand zu erkennen ist. 

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Markus Pernhard, Schloss Grades, Zeichnung um 1850

Während des zweiten Weltkrieges waren französische Kriegsgefangene im Schloss einquartiert. Größere kriegerische Auseinandersetzungen in und rund um Grades blieben dem Ort sowie dem Schloss aber erspart und so überstand der Bau auch diese finstere Zeit unbeschadet.

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Unbekannter Künstler, Innenhof von Schloss Grades, Öl auf Holz um 1940

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war auch Schloss Grades zur Unterkunft für Heimatlose und Vertriebene geworden. Das Josephinenheim, eine Betreuungseinrichtung für behinderte Kinder hatte in Klagenfurt seine Räumlichkeiten verloren und wurde vom Bistum hier für einige Zeit einquartiert. 

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Die Schwestern des Josephinenheim um 1945

Ab den frühen 1950er Jahren wurden Sommelager der katholischen Jugend im Schloss veranstaltet. In bis zu drei Turnussen verbrachten nun bis zu 200 Kinder zwischen 10 und 16 Jahren ihre Sommer im Schloss. Vor allem eine große Anzahl an Kindern aus dem westfälischen Datteln, aus Recklinghausen, aus Nordwalde, usw. waren über Jahrzehnte hier her gekommen. Sie sind dem Ort sowie den Menschen bis heute verbunden geblieben. Das sommerliche Idyll währte bis in die Mitte der 1990er Jahre, dann endete die schöne Geschichte mit dem Verkauf des Schlosses durch das Bistum Gurk nach 950 jährigem Besitz. 

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Foto vom Sommerjugendlager um 1955

Im Jahr 2015 kaufte Constantin Staus-Rausch mit der S. R. Monument- und Denkmalerhaltungs GmbH Schloss Grades. Das Ziel des neuen Besitzers ist es, das Gebäude zu revitalisieren, es fachgerecht zu renovieren und der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Die gröbsten Arbeiten wurden 2023/24 abgeschlossen. So steht Schloss Grades umgeben von Wiesen und Wäldern und der traumhaften Bergwelt und ist steinerner Zeuge großer Vergangenheit und Wegweiser in die Zukunft.

Foto Blick in den Innenhof.jpeg

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Schloßstraße 1, 9362 Grades

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